Hinweisblatt für Ihre Holzfaserdämmung
Natürlich. Diffusionsoffen. Wärmespeichernd.
Holzfaserdämmstoffe bieten hervorragende Wärmedämmung, sommerlichen Hitzeschutz und ein gesundes Raumklima – bei gleichzeitiger Nachhaltigkeit. Damit Sie die Vorteile voll ausschöpfen können, beachten Sie bitte folgende Hinweise:
1. Materialeigenschaften
- Holzfaserdämmplatten bestehen aus mechanisch zerfasertem Holz, meist aus Nadelholz-Restholz.
- Die Fasern werden unter Zugabe von Wasser oder mit PU-Bindemitteln verpresst (je nach Typ im Trocken- oder Nassverfahren).
- Die Platten sind diffusionsoffen, kapillaraktiv und haben hohe Wärmespeicherkapazität – ideal für den sommerlichen Hitzeschutz.
- Viele Produkte sind ökologisch zertifiziert (z. B. natureplus, Blauer Engel).
2. Einsatzbereiche
- Holzfaserdämmung kann verwendet werden für:
- Dach: Aufsparren-, Zwischensparren-, Untersparrendämmung
- Fassade: als Putzträgerplatte oder unter Vorhangfassaden
- Innenwand & Decke: zur Schalldämmung und Regulierung des Raumklimas
- Boden: als Trittschalldämmung unter Estrich oder Trockenaufbauten
➡️ Bitte beachten Sie die Herstellerfreigaben für jeden spezifischen Anwendungsbereich.
3. Verarbeitung & Montage
- Vor Nässe schützen! Holzfaserdämmplatten dürfen nicht dauerhaft feucht werden.
➤ Vor Regen, Erdfeuchte und stehender Nässe schützen – trocken lagern und zügig verbauen - Nur mit scharfen Werkzeugen schneiden (z. B. Dämmstoffmesser, Kreissäge mit Absaugung)
- Staubbildung bei Verarbeitung möglich – ggf. Atemschutzmaske tragen
- Platten dicht stoßen, Fugen versetzt verlegen
- Für Putzsysteme: nur geprüfte Putzträgerplatten mit zugelassenem Systemputz verwenden
- Beachten Sie die Freibewitterungszeiten des Herstellers.
- Luftdichtungssysteme sowie Dampfbremsen oder Dampfsperren sind wichtige Bauteile im Haus, die verhindern, dass warme, feuchte Luft aus dem Innenraum in die Dämmschicht gelangt – so wird Schimmelbildung vermieden und die Dämmung bleibt dauerhaft wirksam. Welche Folie verwendet wird, hängt vom Aufbau ab: Dampfbremsen lassen etwas Feuchtigkeit durch, Dampfsperren sperren sie fast vollständig ab.
4. Lagerung
- Trocken und waagerecht lagern, vor direkter UV-Strahlung und Regen schützen
- Nicht dauerhaft im Freien lagern – auch nicht mit Folie abgedeckt bei hoher Luftfeuchte
- Vor Einbau nicht anfeuchten oder mit feuchten Materialien in Kontakt bringen
5. Gesundheit & Nachhaltigkeit
- Holzfaserdämmung ist wohnraumgeeignet, emissionsarm und recyclebar
- Keine gesundheitsschädlichen Fasern oder Bindemittel enthalten
- Je nach Produkt kann die Dämmung zur Feuchtigkeitsregulierung im Innenraum beitragen (sorptionsfähig)
- Ungezieferbefall ist bei fachgerechtem Einbau nicht zu erwarten – kein Nährboden
6. Brandschutz
- Holzfaserplatten gehören zur Baustoffklasse B2 (normal entflammbar) nach DIN 4102 bzw. E nach EN 13501
- Für erhöhte Anforderungen sind spezielle Brandschutzvarianten erhältlich
- Immer in Kombination mit brandschutzgeprüften Aufbauten und Systemkomponenten verwenden
7. Kombinationsmöglichkeiten
- Hervorragend kombinierbar mit:
- Lehm- oder Kalkputzen (für Innenräume)
- Holzständerbauweise
- Diffusionsoffenen Dampfbremssystemen
- Natürlichen Innenausbauprodukten (Lehmplatten, Holzweichfaser etc.)
8. Entsorgung
- Holzfaserdämmplatten gelten als Bau- und Dämmstoffabfall und dürfen nicht im Hausmüll oder auf dem Kompost entsorgt werden. Die Entsorgung erfolgt über den Wertstoffhof oder einen zugelassenen Entsorgungsfachbetrieb als gemischter Bau- bzw. Dämmstoffabfall. Bei Platten mit Bindemitteln oder Beschichtungen ist eine getrennte Erfassung oft erforderlich – bitte örtliche Entsorgungsrichtlinien beachten.
© Holzzentrum Birlenbach – Verwendung nur mit Genehmigung.